Mit der Öffnung des Briefmarktes begann die Geschichte von TNT Post in Deutschland: die Geschichte einer guten Idee.
TNT Post Deutschland – Historie
1990er Jahre: Der heutige Konzern TNT N.V. entsteht
1996 übernimmt der privatisierte niederländische Post- und Telekommunikationskonzern KPN (Koninklijke Post Nederland) das australische Unternehmen TNT. Am 29. Juni 1998 erfolgt die Abspaltung von KPN und die TNT Post Group (TPG) mit Sitz in Hoofddorp in den Niederlanden geht an die New Yorker, Amsterdamer, Londoner und Frankfurter Börse. Der Konzern bildet das Dach für die Marken TNT (Express und Logistik) und Royal TPG Post (Brief).
1998: Liberalisierung des deutschen Briefmarktes beginnt
Das neue Postgesetz, das am 1. Januar 1998 in Kraft tritt, regelt die schrittweise Öffnung des deutschen Briefmarktes für den Wettbewerb. Es beruht auf dem Grundsatz: Wettbewerb ist die Regel, Monopol die Ausnahme. TPG Post nimmt die Chancen von Anfang an wahr.
2000: Erste Postdienstleistungen für Geschäftskunden in Deutschland
Der künftig stärkste Herausforderer der Deutschen Post AG startet: TPG Post und die Hermes Logistik Gruppe gründen das Gemeinschaftsunternehmen EP Europost mit Sitz in Hannover. Das Angebot: Postdienstleistungen für Geschäftskunden.
2001: Portfolio um internationale Zustellung erweitert
Geschäftskunden in Deutschland können jetzt auch ihre Auslandspost über TPG Post zustellen lassen. Abgewickelt wird die Zustellung durch Spring Global Mail, ein Joint Venture von TPG und der Royal Mail Group.
2003: Regionale Briefzustellung und Direktwerbung neu im Angebot
Mit der Übernahme des erfolgreichen Briefzustellers Blitz Logistik beginnt die Expansion von TPG Post in den deutschen Markt, und zwar für die regional adressierte Briefzustellung. Zeitgleich übernimmt TPG Post fünf bedeutende Unternehmen für die Verteilung von Haushaltswerbung und startet den Geschäftsbereich Direktwerbung als zweitgrößter Anbieter nach der Deutschen Post AG.
2005: Umbenennung von TPG in TNT
Die Konzernmutter TNT Post Group N.V. wird in TNT N.V. umbenannt. Alle Dienstleistungen werden nun einheitlich und weltweit unter der Marke TNT bzw. den Marken TNT Express und TNT Post angeboten.
2006: Einheitlicher Auftritt in Deutschland und Erweiterung des Portfolios
Infolge der Umbenennung des Mutterkonzerns firmiert EP Europost nun unter TNT Post AG & Co. KG (seit November 2009 TNT Post GmbH & Co.KG), die nach wie vor die nationale Briefzustellung anbietet. Regionale Briefzustellung und Direktwerbung werden unter dem Dach der TNT Post Holding Deutschland GmbH gebündelt. Nach außen treten die Gesellschaften gemeinsam unter dem Namen TNT Post Deutschland auf.
TNT Post erwirbt den Marktführer für Konsolidierungsleistungen PostCon und erweitert damit sein Portfolio der Postdienstleistungen in Deutschland. Außerdem übernimmt TNT Post in Deutschland verschiedene regionale Anbieter und baut sein eigenes Zustellnetzwerk weiter aus.
2007: TNT Post will auch zukünftig rasch wachsen
Anfang des Jahres übernimmt TNT Post weitere sieben regionale Briefdienstleister. Mit den Sparten Brief und Direktwerbung will TNT Post auch in Zukunft zügig expandieren. Das Konzept: Mit Kundenorientierung, Qualität, Transparenz, Innovationen und Service überzeugen – und begeistern. Der private Briefdienstleister steht in den Startlöchern für die zum 01. Januar 2008 angekündigte vollständige Liberalisierung des Briefmarkts in Deutschland.
2008: Ein liberalisierter Markt ohne Wettbewerb
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erklärt Ende 2007 einen völlig überhöhten Post-Mindestlohn für Zustellerinnen und Zusteller in Höhe von 9,80 Euro für allgemeinverbindlich. Dieser Mindestlohn war von der Gewerkschaft ver.di und dem Arbeitgeberverband Postdienste, der von der Deutschen Post dominiert wird, unter Ausschluss der Wettbewerber ausgehandelt worden.
TNT Post und andere Kläger reichen gegen die Erstreckung des Post-Mindestlohns auf bereits tarifgebundene Unternehmen Klage ein. Obwohl das Verwaltungsgericht Berlin bereits im März 2008 und das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im Dezember 2008 die Rechtsauffassung von TNT Post bestätigen, geht der Rechtsstreit weiter. Die bestehende Rechtsunsicherheit hemmt die Entfaltung eines marktwirtschaftlichen Wettbewerbs auf dem deutschen Briefmarkt.
2009: Strategische Partnerschaft und grünes Signal
TNT Post beteiligt sich an regionalen Briefdiensten der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Damit intensivieren die beiden Unternehmen ihre strategische Zusammenarbeit und erhöhen die gemeinsame Haushaltsabdeckung vor Ort auf über 40 Prozent.
Mit „100! ProKlima“ bietet TNT Post zum ersten Mal den klimaneutralen Versand von Briefsendungen an. Dabei wird der Kohlendioxid-Ausstoß, der bei der Beförderung von Briefsendungen entsteht, durch Investitionen zur CO2-Minderung ausgeglichen.
Im Sommer unterzeichnet TNT Post die „Charta der Vielfalt“, eine Initiative unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, und bekennt sich damit zu Vielfalt und Toleranz im Unternehmen.
Die Bundesregierung verschiebt das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Änderung der Umsatzsteuergesetzgebung im deutschen Postmarkt. Damit bleibt die einseitige Umsatzsteuerbefreiung der Deutschen Post vorerst bestehen. Diese Wettbewerbsverzerrung hat – neben dem völlig überhöhten Post-Mindestlohn und der fehlenden wirksamen Entgeltkontrolle der Deutschen Post – fatale Folgen für den Wettbewerb: Nach Angaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) ist allein bis Ende 2008 die Zahl der Arbeitsplätze bei den neuen Postdienstleistern verglichen mit Anfang 2007 um mehr als 17.000 auf 31.000 gesunken. Darüber hinaus gab es 2008 und 2009 insgesamt 153 Marktaustritte von Wettbewerbern, vorrangig aufgrund von Insolvenzen und Geschäftsaufgaben.
2010: Konzentration auf das Briefgeschäft
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet am 28. Januar 2010 in letzter Instanz: Die sogenannte Post-Mindestlohnverordnung ist nichtig. Die Revision des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird zurückgewiesen. Nach über zwei Jahren gibt es damit endlich Rechtssicherheit für die Wettbewerber der Deutschen Post.
TNT Post trennt sich von den Gesellschaftsanteilen des Geschäftsbereichs Direktwerbung, um sich in Deutschland künftig ganz auf den adressierten Briefbereich zu konzentrieren. Ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung: Die Gründung der „mail alliance“, einer Systempartnerschaft mit führenden Verlagen zur Bündelung der Kompetenzen. Know-how, Zustellnetze und IT-Systeme der Partner werden systematisch miteinander verknüpft und einheitliche Qualitätsstandards eingeführt.
Zum 1. Juli endet das Mehrwertsteuer-Privileg der Deutschen Post. Die Neuregelung des Umsatzsteuergesetzes im Postmarkt zieht eine Grenze zwischen steuerbefreiter Grundversorgung der Bevölkerung auf der einen Seite und Steuerpflicht für Großversender und Geschäftskunden auf der anderen. Damit wird die Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Postdienstleistungen gesichert und gleichzeitig der Wettbewerb im Postmarkt gestärkt.
TNT Post Deutschland und die Christliche Gewerkschaft für Postservice und Telekommunikation (CGPT) verlängern den seit 2008 bestehenden Haustarifvertrag. Die Sozialpartnerschaft wird mit verbesserten Konditionen für die Beschäftigten von TNT Post in Deutschland bis Ende September 2011 fortgesetzt. Dabei sind die Einführung unterschiedlicher Lohngruppen für längerfristig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Einführung von Urlaubsgeld ab 2011 wichtige Meilensteine.