Anis Amri – Ein Innenminister gerät unter Druck

Als kurz vor Weihnachten ein LKW über einen Berliner Weihnachtsmarkt fuhr und dabei mehrere Menschen tötete, wusste wohl nur wenige Menschen, dass sich der Täter, Anis Amri, ein tunesischer Staatsbürger auch in NRW aufgehalten hat. Darüber hinaus sollen die Spezialisten seine Kommunikation abgefangen haben, mit anderen Worten sollen sie also gewusst haben, dass Amri etwas geplant hat. Nur leider konnte der Anschlag nicht mehr verhindert werden. Das Ende der Geschichte ist bekannt. Anis Amri hat das Leben mehrerer Menschen auf dem Gewissen und wurde nur wenige Tage nach dem Terroranschlag von Berlin von einem italienischen Polizisten erschossen.

Hätte der Anschlag verhindert werden können?

AngstImmer wieder hört man von einem Versagen der Behörden. Obwohl sie wussten, dass ein Anschlag bevor steht sollen sie nichts unternommen haben. Gut, dass sie gar nichts unternommen haben, davon kann man wahrscheinlich nicht ausgehen, dass ihre Maßnahmen vielleicht nicht ganz ausgereicht haben, davon schon eher.

Auch der Innenminister des Landes NRW, Jäger, muss sich nun dafür verteidigen. Politische Gegner sind wahrscheinlich dafür, dass er von seinem Posten zurücktreten wird. Ob das der Partei gut tun würde darf in diesem Moment bezweifelt werden. Denn neben dem Land Saarland wählt auch NRW bald seinen neuen Landtag und ein Rücktritt Jägers würde in etwa einem Schuldgeständnis nahe kommen, was dafür sorgen könnte, dass die SPD in den Umfragen verliert. Nicht vergessen sollte man an dieser Stelle auch, dass die SPD derzeit NRW regiert und im Hinblick auf die Bundestagswahlen wäre es kein gutes Zeichen, wenn die Regierung des Bundeslandes mit der größten Bevölkerung wechseln würde.

Viele Details sind noch unklar. Wann wusste Jäger über den Fall Anis Amri Bescheid? Welche Maßnahmen wurden eingeleitet und wann geschah dies? Diese und ähnliche Fragen wird Jäger zum Fall Anis Amri bald wohl beantworten können.

Etwas besser wurde es letztens in Lippstadt gemacht. Dort wollte ein junger Mann anscheinend nach eine Bombe bauen. Der Mann, der sich auch zum IS bekannt hat, war den Behörden schon länger bekannt. So richtig aktiv wurden sie aber erst, als er sich eine Armbrust gekauft hatte. Das Problem dabei war, dass eine Armbrust an sich frei verkauft werden darf, was die Beamten dann aber in seinem Zimmer gefunden hatten, reichte dann doch noch für einen Haftbefehl aus. Denn anscheinend wollte der Mann eine Bombe bauen. Wofür er die Materialien tatsächlich gebracht hat, wird derzeit noch ermittelt. Auch der mögliche Anschlagsort liegt wohl noch im Dunkeln.

Lippstadt hat knapp 70.000 Einwohner und ist nicht grade als Hot Spot bekannt. Auch größere Ereignisse finden hier kaum statt. Das letzte größere Ereignis war wohl ein Spiel des FC Bayern, dass anlässlich zum Geburtstag von Karl Heinz Rummenigge in der westfälischen Stadt zu Gast war.